Lech am Arlberg
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Almhof Schneider rastaurant

Frühstück mit Katia

Frühstück mit Katia ist frühmorgendliche Freude.

„Wie kommt es, dass dein Porridge so cremig ist? Ist es vegan?“ fragt sie und vergleicht mein tatsächlich cremiges Porridge mit ihrem trockeneren Bulgur (dies war nicht im Almhof, sondern in einem hippen Kaffeehaus in Wien und ich bin ziemlich sicher, weiß es aber nicht ganz genau, dass die Cremigkeit von der Sojamilch kam).

„Lass uns noch etwas bestellen“ sagt sie und wirft noch einmal einen Blick in die Karte. Ihre nächste Bestellung waren Eier mit Speck, kunstvoll zubereitet. Bei einem anderen Frühstück – in einem Arkadengang in unmittelbarer Nähe des Parlaments – probierte sie Lachs auf Toast, dann einen Zitronenkuchen mit Eischnee, dann mehr Kaffee – immer die Karte im Blick, um zu sehen, was uns möglicherweise entgangen war.

Katia Schneider ist eine neugierige Esserin, die ständig ihren Horizont erweitert und jedes Frühstück zu einem außergewöhnlichen Abfolge kleiner Gerichte macht. Entreißen Sie ihr die Speisekarte und sie wird sie wiederhaben wollen. Sie sieht genau hin, was andere Gäste essen, spricht mit ihnen über Geschmack und Textur, nimmt Dinge mit nachhause, um sie dort umzubauen. Sie fragt sich, was davon auch im Almhof funktionieren könnte. Immer. Es geht ihr darum, Horizonte zu erweitern, auszuprobieren, zu perfektionieren, zu adaptieren, zu kuratieren.

In Lech wurde mir bewusst, dass das Frühstück im Almhof wie ein Live-Frühstück mit Katia ist. Das Buffet ist ein wie gemalte Fülle an Farben, die Auswahl fast überwältigend, im positiven Sinn. Die Mitarbeiter geben einem sofort zu verstehen, dass, nein, nein, dies noch nicht alles wäre, da gäbe es noch viel mehr und schlagen einem sofort etwa ein in einem hohen Martini-Glas serviertes Ei vor, mit gewürfeltem Speck und Schnittlauch bestreut, das auf Bestellung gemacht und wie ein morgendlicher Cocktail serviert wird (aus so einem Glas mit einem langen Silberlöffel zu essen stellt einen auf den Tag ein). Ein grüner Saft voller Vitamine (der eigentliche „Frühstücks-Cocktail“) macht fit für die kommenden Abfahrten.

Kleiner Hinweis. Lassen Sie noch Platz für Mittag- und Abendessen.

Neben dem Hotel-Speisesaal, der für das Frühstück und Abendessen allein den Hausgästen vorbehalten ist, gibt es noch die beiden á la carte Restaurants „Wunderkammer (der Halluzinogene)“ und das Fine Dining „Restaurant im Almhof Schneider“. Zu Mittag und am Nachmittag wird dort eine unkomplizierte Mittagskarte serviert, die auch für die Sonnenterrasse gilt. Am Abend dann trennen sich die Konzepte. Während die „Wunderkammer“ die Idee einer Art österreichischer Trattoria verfolgt, mit herzhafter österreichischer und alpiner Küche, werden im „Restaurant im Almhof Schneider“ zwei Menus angeboten, eines davon vegetarisch.

Beide allerdings bestehen auf dem Charme alpiner Einfachheit, makellosem und aufmerksamem Service und einer so guten Zubereitung, dass sie auch anspruchsvolle Einheimische und Gäste aus dem Dorf anlocken, täglich aufs Neue.

Der Sommelier im Almhof, Josef Neulinger, wurde jüngst von Gault Millau zum „Sommelier des Jahres“ gewählt. Mit unnachahmlicher Zurückhaltung und höchster Präzision bewirtschaftet er kontinuierlich einen Fundus von ca. 25.000 Flaschen, als Sammlung rarer, vorwiegend europäischer Fundstücke, die nie enttäuschen, oft aber überraschen. (Und von FINE WINE als eine von nur drei Weinkarten in Österreich mit drei Sternen ausgezeichnet wurde.)

— Kimberly Bradley